St. Pantaleon , Köln

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St. Pantaleon (Köln)

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St. Pantaleon ist ein frühromanischer Kirchenbau in Köln im Bereich der südlichen Altstadt. Die Kirche ist dem heiligen Pantaleon (lateinische Namensform), sowie Cosmas und Damian geweiht. Der griechische Originalname des spätantiken Märtyrers Pantaleon lautet Panteeleimon und bedeutet Allerbarmer. Ein Hospital ist daher wahrscheinlich schon sehr früh mit dieser Kirche assoziiert.

Geschichte

Antike

Die Kirche entstand etwa 200 Meter außerhalb des antiken Kölns wahrscheinlich auf dem Standort einer römischen Mansio. Die Bebauung an dieser Stelle reicht bis in das 1. Jahrhundert n. Chr. zurück. 2005 wurden Spekulationen über eine nicht belegbare frühchristliche Nutzung seit dem 3. Jahrhundert laut. Reste der römischen Bebauung, die genauso wie alle Nachfolgebauten um 31 Grad von der Ostung abweicht, sind unter dem Chor von St. Pantaleon gefunden worden. Es handelt sich um einen schlichten Saal (ca.14 : 5 Meter) und eine vorgelagerte, mit Malerei und Marmorinkrustationen aufwändig dekorierte Raumflucht.

Mittelalter

Auf die antiken Bauphasen folgen zwei karolingische, deren reiche Ausstattung teilweise bekannt ist. Für die Zeit kurz nach 800 sind hier die bisher ältesten Fragmente karolingischer Monumentalskulptur in Mitteleuropa überliefert (Engel und Drache). Zu dieser Zeit erreicht die Kirchenanlage auch ihre größte Ausdehnung: Zwischen zwei vorgelagerten Atrien liegt eine oktogonale Taufanlage vor dem karolingischen Westwerk mit differenziertem, gewölbtem Untergeschoss. 864 wird die Kirche erstmals schriftlich erwähnt in der sog. Guntharschen Güterumschreibung. Otto der Große gründete hier im 10. Jahrhundert ein Benediktinerkloster.

Unter der Kaiserin Theophanu wird das Westwerk umgebaut und nach 980 mit einem monumentalen Skulpturenzyklus an der Westfassade außen versehen. Unter einer von drei Engeln flankierten Majestas Domini standen monumentale Heiligenfiguren der Titularheiligen Cosmas und Damian und Pantaleons, sowie darunter weitere Heilige (Albanus/Quirinus und Maurinus - Zuschreibung unsicher). Der heutige Westbau ist eine Konstruktion des 10. Jahrhunderts.

Pantaleon stammte wahrscheinlich aus Kleinasien, dem Gebiet der heutigen Türkei. St. Pantaleon in Köln ist die älteste Pantaleonskirche westlich von Byzanz. Erste Reliquien wurden entweder über Aachen in der Karolingerzeit oder, wahrscheinlicher, bereits früher übertragen. Diese Beziehung zum Oströmischen Reich drückt sich auch noch in einer weiteren Tatsache aus: Kaiserin Theophanu, die Gemahlin Kaisers Otto II., liegt gemäß ihrem Wunsch in der Kirche begraben. Theophanu war die Nichte des oströmischen Kaisers Johannes I. Tzimiskes - mit ihrer Vermählung mit dem Kaisers des Heiligen Römischen Reiches wurde nach Jahrhunderten des Streites eine friedvolle Koexistenz der beiden mittelalterlichen Römischen Reiche begründet.
Auch der Bruder Ottos I., der Klostergründer Bruno I., Erzbischof von Köln liegt gemäß seinem Wunsch in der Krypta der Kirche begraben.

Otto I. bedachte die von ihm gegründete Klosteranlage mit vielen Schenkungen. Neben herrschaftlichem Glanz brachte Theophanu auch den Nikolauskult aus Konstantinopel mit. Sie ließ das dominante Westwerk umbauen. Um 1160 wurde die einschiffige karolingische und ottonische Saalkirche dann unter dem Abt Wolbero zu einer dreischiffigen Basilika erweitert. Im Verlaufe der hochmittelalterlichen Stadterweiterungen und Ummauerung Kölns wurde St. Pantaleon dann in des Stadtgebiet einbezogen.

Während des Spätmittelalters tat sich in der Kirche recht wenig. Andere Klöster in und um Köln wurden erheblich mehr mit Stiftungen bedacht.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde der spätgotische Lettner errichtet, welcher heute die Orgel trägt.

Neuzeit

Ab 1618 wurde die Kirche in mehreren Bauabschnitten barockisiert. Davon ist heute noch der Orgelprospekt von 1652 und die Chorausstattung nebst Kanzel von 1747 erhalten.
Baufälligkeit führte 1757 zum Einsturz eines der beiden Seitentürme und danach zur Erneuerung des Mittelturms und der beiden Seitentürme in verminderter Größe mit barocken Turmabschlüssen.

Die franzöische Besetzung Kölns 1794 brachte die Auflösung des Klosters mit sich. Die Kirche wurde zunächst Pferdestall, in der Preußenzeit nach 1815 dann evangelische Garnisonskirche. Auf dem Mittelturm wurde ein optischer Telegraph installiert, der die schnelle Übermittlung von Nachrichten von und nach Berlin ermöglichen sollte. Nachdem diese Einrichtung durch die Entwicklung der elektrischen Telegraphie nicht mehr benötigt wurde, wurde das Westwerk 1890-92 romanisch restauriert.

Nach der Entmilitarisierung des Rheinlands tauschte die evangelische Gemeinde 1922 St. Pantaleon gegen die wenige hundert Meter entfernte Kartäuserkirche mit ihren Klostergebäuden beim preußischen Staat ein. St. Pantaleon wurde danach katholische Pfarrkirche.

Der zweite Weltkrieg zerstörte das Dach, Teile der Außenmauern und einen Großteil der Inneneinrichtung. Wertvollere Teile, wie zum Beispiel die Schreine, der Hochaltar und der Lettner wurden vorher geschützt oder ausgelagert.
Der Wiederaufbau versuchte weitgehend die romanische Architektur wiederherzustellen. So wurde das gewölbte Kirchenschiff wieder durch eine Flachdecke ersetzt.
In dem barocken Orgelgehäuse befindet sich seit 1963 eine neue Orgel.

Im Kranz der zwölf großen romanischen Kirchen Kölns ist St. Pantaleon nicht nur die älteste, sondern auch diejenige mit der reichsten Innenausstattung aus Vorkriegszeiten.

Gedenken an Theophanu

Kaiserin Theophanu starb bereits mit 31 Jahren am 15. Juni 991 auf einem Reichstag in Nimwegen und wurde nach ihrem Wunsch in St. Pantaleon bestattet. Acht Jahrhunderte lang wurde am 15. Juni eines jeden Jahres eine Gedenkmesse zu Ehren Theophanus gefeiert, bis Napoleon 1803 die Abtei aufhob. Die Gemeinde nahm die Tradition dann 1991 zum tausendsten Todestag mit einer europäisch angelegten Feier wieder auf. Theophanu ist bestattet in einem Sarkophag aus weißem griechischem Marmor, den der Bildhauer Sepp Hürten 1965 schuf und der heute im Westwerk der Kirche steht.

St. Pantaleon -Stadtplan

Stadtplan St. Pantaleon  Köln

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