Melaten-Friedhof, Köln

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Melaten-Friedhof

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Der Melaten-Friedhof ist der Zentralfriedhof von Köln und befindet sich im Stadtteil Braunsfeld.
Der Name "Melaten" wurde vom französischen Wort für krank "malade" abgeleitet. Das ursprünglich dort stehende Leprosenheim trug den Namen Maladen. Er wird südlich begrenzt durch die Aachener Straße, zur Zeiten der französischen Besatzung "Chaussée d'Aix la Chapelle" genannt, im Osten durch die Piusstraße, westlich stellen die Oscar-Jäger-Straße und der Melatengürtel die Begrenzung und im Norden die Weinsbergstraße.

Der Friedhof ist rasterförmig angeordnet. Zwei Hauptwege führen von der Aachener Straße nach Norden. Diese werden von der Ost-West-Achse ("Millionenallee") gekreuzt. Dazwischen liegen die Flure und Felder. Er besteht heute aus dem Alten Ehrenfelder Friedhof, einem privaten, der Öffentlichkeit nicht zugänglichen, jüdischen Friedhof und dem eigentlichen Melaten-Friedhof.

Beim alten Haupteingang (Tor II) an der Aachener Straße aus dem Jahre 1810, befindet sich über dem Torbogen die Inschrift "Funeribus Agrippiniensium Sacer Locus" (Für die Leichen Kölns geheiligte Stätte). Weitere Inschriften seitlich des Tores lauten: "Have In Beatius Aevum Seposta Seges" (Gruß Dir, auf bessere Zukunft gesäte Saat) und "Transi Non Sine Votis Mox Noster" (Geh nicht vorüber ohne fromme Gebete, Du, bald der Unsrige).

1874 und 1887 wurden östlich und westlich vom Tor II zwei weitere Eingänge errichtet (Tor I und Tor III) und 1957 der neue Haupteingang an der Piusstraße. Der Friedhof ist auch über mehrere Nebeneingänge zugänglich.

Geschichte

Leprosenheim

Melaten war das größte Leprosenheim im Mittelalter. Die erste überlieferte Quelle besagt, dass die Leprosenanstalt vor den Stadtmauern von Köln im Jahre 1180 entstanden ist. Wie aus urkundlichen Erwähnungen verschiedener nordwesteuropäischen Städten dokumentiert wird, geht man davon aus, dass Maladen früher entstand. Ausser Melaten gab es drei weitere Siechenhäuser in Köln. Eines befand sich oberhalb des Bayenturms, ein weiteres am Judenbüchel ("am toten Juden"), das dritte in Riehl. Wie es damals üblich war, wurden die Leprosenanstalten an belebten Ausfallstraßen und an Flussläufen vor den Stadtmauern erbaut.

Auf dem Grundstück befanden sich die Unterkünfte für die Patienten und für die Mägde und Knechte, eine Kapelle, ein Wirtshaus und ein kleiner Friedhof für die verstorbenen Patienten. Durch Spenden von Kölner Bürger, Stiftungen und Testamente wurde die Leproserie sehr wohlhabend und verfügte über mehrere Ländereien und Häuser in Köln und Umgebung, so auch über den benachbarten Hof Melaten, auch im Volksmund "Rabenstein" genannt.

Melaten nahm im Gegensatz zu anderen Anstalten auch auswärtige Erkrankte auf. Um die 16 bis 24 Leprakranke wurden dort untergebracht und ihnen wurde strikt untersagt, das Gelände zu verlassen. Einzige Ausnahme bildeten die Feiertage, an denen ihnen erlaubt wurde, in Begleitung eines Schellenknechtes in die Stadt zu gehen und um Almosen zu bitten. Die Patienten wurden angehalten eine auffällige Kleidung, bestehend aus einer Kniehose, einer Joppe, einem Siechenmantel, einem großen Hut und weißen Handschuhen, anzuziehen und mit einer Klapper in der Hand die Kölner Bürger auf sich aufmerksam zu machen.

Durch gefälschte Siechenbriefe, mit denen Angestellte der Leprosie sich ein Zubrot verdienten, bot das Heim einigen Unterschlupf, die nicht an Lepra erkrankt waren.

Als die Lepra in Europa weitgehend besiegt war, schloß das Asyl im Jahre 1767. Die Einkünfte wurden 1766 zur Errichtung eines Zucht- und Arbeitshauses in der Wahlengasse, später umbenannt in Waisenhausgasse, verwendet, dass 1801 von Waisenkinder bezogen wurde.

Melaten als Hinrichtungsstätte

Im Mittelalter war neben dem Hof Melaten, eine der öffentlichen Hinrichtungsstätten der Stadt Köln. Die Verurteilten wurden auf einem sogenannten "Armsünderkarren", der von der Leprosenanstalt gestellt wurde, nach Melaten gebracht. Am 28. Septemper 1529 wurden hier zwei Protestanten, Peter Fliesteden und Adolf Clarenbach, wegen ihres Glaubens an Luthers Lehren verbrannt. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurden im Wahn der Hexenverfolgungen über 30 Frauen und Mädchen getötet. Erst am 13. Juli 1797 wurde mit dem Kirchenräuber Peter Eick der letzte Mensch auf Melaten hingerichtet. Sein Tod am Galgen fand viele Zuschauer.

Am 27. März 1979 wurde zum Gedenken an Adolf Clarenbach und Peter Fliesteden ein Gedenkstein in der Nähe des Haupteinganges an der Piusstraße eingerichtet.

Melaten unter französischer Besatzung

Mit der französischen Besatzung 1794 änderte sich für die Kölner neben vielem anderen auch das Begräbniswesen. Denn am 12. Juni 1804 erließ Napoleon das "Décret sur les sépultures", welches zum Entsetzen der Kölner die Beerdigung in Städten, Dörfern und geschlossenen Gebäuden verbot. Vorbei die Zeit der Bestattung in Kirchen und auf dem Kirchhof. Die Nähe zum Altar bedeutete Nähe zu Gott, aber auch eine hohe Position in der sozialen Hierarchie. Diese Tradition fand zu Gunsten pragmatischer, vor allem hygienischer Erwägungen ein Ende. Durch das Dekret wurde der Anstoß zum Melaten-Friedhof gegeben.

Entstehung des Melatenfriedhofes

Die Stadtverwaltung kaufte ein Grundstück auf dem Gelände des ehemaligen Leprosenasyls und ließ die meisten Gebäude abreißen. Die Kapelle des Leprosenheimes wurde in den Friedhof integriert. Für die Gestaltung des Friedhofes ließ sich Ferdinand Franz Wallraf gewinnen, der sich den Pariser Friedhof Père Lachaise zum Vorbild nahm. Nach langen Verzögerungen wurde am 29. Juni 1810 der Melatenfriedhof durch den Dompfarrer Michael Joseph Dumont eingeweiht. Die Friedhöfe innerhalb der Stadt wurden geschlossen, Köln hatte einen zentralen Friedhof.

Offiziell wurde der Friedhof als "Gottesacker der Stadt Köln" bezeichnet. Dieser war zunächst noch nicht für alle Bürger geöffnet: bis 1829 durften nur Katholiken dort bestattet werden. Die Protestanten wurden bis dahin auf dem alten Geusenfriedhof im Weyertal vor den Stadtmauern begraben. Auch die jüdischen Mitbürger blieben Melaten lange fern. Sie wurden bis zur Anlage des jüdischen Friedhofs 1903, in Deutz, ebenfalls vor den Stadtmauern, bestattet.

Trotz mehrerer Erweiterungen wurde mit der Zeit das Platzangebot ausgeschöpft. Zur Entlastung von Melaten wurde 1896 der Nordfriedhof, einige Jahre später der Südfriedhof und 1917 der Westfriedhof eröffnet.

Melaten und die Kriege

Melaten musste im Laufe der Geschichte mehrere erhebliche Zerstörungen verkraften. Das imposante Grabmal für Ferdinand Franz Wallraf und Johann Heinrich Richartz wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Heute erinnert ein schlichter Grabstein an die beiden Wohltäter. Die von Wallraf und 1850 durch Vincent Stratz instandgesetzte ehemalige Kapelle des Leprosenheimes, wurde 1942 zerstört. Sie wurde 1952 vereinfacht wieder errichtet.

Der Melatenfriedhof heute

Der im Jahre 1980 unter Denkmalschutz gestellte Melatenfriedhof ist heute auch ein interessantes Ausflugsziel. Vor allem wegen den vielen Prominenten, die hier bestattet sind, wie auch wegen der interessanten Grabmale und des parkähnlichen Charakters der Anlage. Der Melatenfriedhof ist keine Konkurrenz für z.B. den Hamburger Friedhof Ohlsdorf oder die reiche Friedhofskultur in Städten wie Berlin oder München. Aber er ist neben einem Kölner Geschichtsbuch auch eine ökologische Nische mitten in einer Großstadt.

Die Bezeichnungen der Felder, Flure und Wege sind für manche Besucher verwirrend, da sie nicht konsequent eingehalten wurden. Oftmals fehlen auch die Randsteine oder sie sind schwer zu entziffern.

Melaten und der Karneval

Melaten ist nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch des Frohsinns. Der Friedhof beherbergt einige Karnevalsgrößen des Kölner Karnevals; zum Beispiel Willi Ostermann. Während der fünften Jahreszeit wird der Friedhof einbezogen in die Narretei. Eine Führung führt quer durch den Friedhof zu bekannten Karnevalistengräber und erzählt lebendig die Geschichte der Toten.

Patenschaftssystem

Das von der Stadtkonservatorin Hiltrud Kier im Jahre 1981 angeregte eingeführte Patenschaftssystem (inzwischen von vielen Städten adaptiert), sorgt für die Restaurierung und den Erhalt vieler historischer Grabmale. Der Pate sucht sich ein denkmalgeschütztes Grabmal aus, dessen Nutzungsrechte abgelaufen sind, und ist verantwortlich für den Erhalt und die Restaurierung. Als Gegenleistung bekommt der Pate ein Anwartsrecht auf die Grabstelle. Erst wenn der Pate dort beerdigt wird oder beerdigen lässt fallen Nutzungsgebühren an. Bei manchen Grabsteine werden die Namen der zuvor dort Beerdigten auf die Rückseite des Grabsteins eingraviert. Durch dieses einfache System wurden schon viele historische Grabmale erhalten.

Ein bekanntes Patenschaftsgrab ist der von dem Bildhauer August Schiemann erschaffene Sensemann für Johann Müllemeister. In der rechten Hand hält er eine Sanduhr und ehemals in der linken Hand eine Sense. Wann diese ihm abhanden gekommen ist und von wem, ist nicht genau geklärt. Die Paten, eine Steinmetzfamilie, ließen dort ihren kleinen Sohn Martin Steinnus begraben, der bei einem Autounfall ums Leben kam. Sie schmückten die Grabstelle mit einem Frosch, an Anlehnung zu dem Spitznamen "Fröschlein".

Flora und Fauna

Flora

Anfangs war der Friedhof nur spärlich bepflanzt. Das änderte sich 1826 durch den Gartenarchitekten Maximillian F. von Weyhe. Sein Bepflanzungsplan wurde aus Kostengründen nur teilweise umgesetzt. Die Hauptwege und die Ost-Westachse für die teuersten Gräber wurden durch hohe, lichte Baumalleen, bestehend aus Platanen (antike Todesbäume oder Trauerbäume) aufgelockert, die Seitenwege durch mittelhohe Linden und Rosenstöcke. Später kamen im Zuge der Erweiterungen und in den einfachen Grabstätten unter anderem Thujaalleen, Ahorn, Birken, Trauerulmen und Lebensbäume, japanische Zierkirschen und Catalpen dazu. Einige Fluren sind von Hecken umrahmt.

Fauna

Auch die Tierwelt ist stark vertreten. Über 40 Vogelarten leben und brüten auf Melaten. An eingerichteten Futterstellen und an den Wasserstellen kann man Grünfinke, Blaumeisen, Spechte, Amseln, Stare oder Dohlen, Rotkehlchen und Dompfaffe erblicken. Auch die vermutlich aus einer Zoohandlung oder aus einem Zoo entflohenen Halsbandsittiche, auch Alexandersittiche genannt, die sich in vielen Kölner Grünanlagen an die dort herrschenden Bedingungen angepasst haben. Fledermäuse, Eichhörnchen und verwilderte Katzen runden das Tierspektrum ab.

Prominente auf Melaten (in Klammern die Flurangabe)

Bedeutungen: HWG = östlicher Hauptweg; wHWG = westlicher Hauptweg; MA = Ost-West-Achse, genannt "Millionenallee", Lit. (Littera = Buchstabe)

  • Albert Richter, Radrennfahrer (Feld E 8)
  • Anton Räderscheidt, Maler (Flur A)
  • Arno Faust, Maler, Musiker und Karikaturist (Flur 64)
  • August Reichensperger, Jurist, Politiker und Förderer des Kölner Doms (Lit.F)
  • Daniel Heinrich Delius, Regierungspräsident von Köln
  • Elsa Scholten, Schauspielerin (Lit. R)
  • Ernst Friedrich Zwirner, Architekt und Dombaumeister (HWG)
  • Ernst Wilhelm Nay, Maler (Feld 43)
  • Eugen Adolf Rautenstrauch, vgl. Rautenstrauch-Joest Museum (MA)
  • Eugen Langen, Ingenieur und Erfinder (HWG)
  • Ferdinand Franz Wallraf, vgl. Wallraf-Richartz-Museum (HWG)
  • Franz Anton Löhr, Bildhauer (Lit. U)
  • Friedrich Langen, Versicherungsdirektor in Köln
  • Georg Meistermann, Künstler (Flur 11 in F)
  • Gustav von Mevissen, Unternehmer und Politiker (HWG)
  • Hans-Jürgen Wischnewski, Politiker, SPD
  • Heinz Günter Konsalik, Schriftsteller
  • Herrmann Becker, Oberbürgermeister von 1875 bis 1885 (HWG)
  • Horst Muys, Karnevalist (Lit. L)
  • Irmgard Keun, Schriftstellerin (Flur 12)
  • Jacob Koerfer, Architekt des "Hochhaus" am Hansaring (MA)
  • Johann Heinrich Richartz, vgl. Wallraf-Richartz-Museum (HWG)
  • Johann Maria Farina, Erfinder des Eau de Cologne (Gedenktafel und Familiengruft HWG)
  • Jón Sveinsson, Schriftsteller genannt Nonni (HWG)
  • Ludwig Stollwerck, Fabrikant (Feld 73a)
  • Marcus Theodor DuMont, Gründer der Kölnischen Zeitung (HWG)
  • Maria Clementine Martin, Klosterfrau und Erfinderin des Klosterfrau-Melissengeists (Lit. J)
  • Michael Joseph DuMont, Dompfarrer (HWG)
  • Nicolaus August Otto, Erfinder des gleichnamigen Otto-Motors (Lit. C)
  • Peter Weyer, erster Kölner Stadt-Baumeister (Lit.G)
  • René Deltgen, Schauspieler (Lit. D)
  • Rolf Stommelen, Rennfahrer (Flur 72)
  • Theo Burauen, Oberbürgermeister von 1956 bis 1973 (MA)
  • Toni Steingass, Komponist und Verleger (Flur 29)
  • Vincenz Statz, Architekt und Bildhauer (MA)
  • Wilhelm, Albermann, Bildhauer (Lit. L)
  • Wilhelm Marx, Reichskanzler (Lit. F)
  • Wilhelm Riphahn, Architekt (Lit. V)
  • Willi Ostermann, Komponist (Lit. R)
  • Willy Birgel, Schauspieler (Lit. D)
  • Willy Millowitsch, Schauspieler (Feld 72a)
  • Wolfgang Anheisser, Bariton (MA)
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Melaten-Friedhof Stadtplan

Melaten-Friedhof Köln Stadtplan

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